Modernes Energielabel eines Haushaltsgeräts mit Klassen A bis G und QR-Code auf weißem Hintergrund

Neues Energieeffizienzlabel für reversible Klimaanlagen 2026: SCOP, SEER und Klassen A bis G – richtig lesen und klug wählen

Das Proclimo-Team

Das Proclimo-Team

15 Juli 2026 - 07 Min. Lesezeit

Sie haben wahrscheinlich bemerkt, dass die Aufkleber auf Haushaltsgeräten sich in den letzten Jahren verändert haben: Die berühmten Klassen A+++ bis D wurden durch eine übersichtlichere A-bis-G-Skala ersetzt. Für reversible Klimaanlagen und Wärmepumpen ist diese Verschiebung im Gange — und sie kommt 2026–2027 nach Frankreich. Für einen Privathaushalt, der eine Klimaanlage kaufen oder ersetzen möchte, ist das eine Chance: Wenn man versteht, was angezeigt wird, kann man eine wirklich energieeffiziente und förderfähige Wahl treffen. Hier ist der Leitfaden für den Durchblick.

Warum ändert sich das Energielabel (schon wieder)?

Die EU-Verordnung zur Energieetikettierung von Geräten soll die besten Klassen den wirklich leistungsstarken Geräten vorbehalten und verhindern, dass „A+++" am Ende auf fast den gesamten Markt zutrifft, wie es bei den alten Stufen A+, A++, A+++ der Fall war. Konkret zieht die Europäische Union die Schwellenwerte enger: Eine Klasse A wird das, was früher ein ausgezeichnetes A+++ war, und die alten A+ fallen auf B oder C zurück. Ziel ist es, den Markt auf die besten verfügbaren Technologien auszurichten, ohne dass die Verbraucher durch eine unleserlich gewordene Kennzeichnung in die Irre geführt werden.

Für reversible Klimaanlagen und Wärmepumpen regeln zwei Texte den Übergang:

  • Die Verordnung (EU) 626/2011: Sie definiert die aktuelle Kennzeichnung von Klimaanlagen (und Luft-Luft-Wärmepumpen ≤ 12 kW) mit den Klassen A+++ bis D sowie den Indikatoren SEER (Kühlen) und SCOP (Heizen). Sie wird überarbeitet.
  • Die Verordnung (EU) 811/2013: Sie betrifft Luft-Wasser-Wärmepumpen, Heizkessel und Hybridlösungen. Ein 2025 veröffentlichter Entwurf eines delegierten Rechtsakts (Referenz Ares(2025)10453708) schlägt den Übergang zur A-bis-G-Skala vor, mit einem Primärenergiefaktor (PEF), der von 2,5 auf 1,9 gesenkt wird, um den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien im europäischen Mix besser widerzuspiegeln.

Konkrete Folge: Ab 2026 werden Sie bei den Herstellern nach und nach neue, strengere Etiketten sehen. Die alten A+++-Modelle werden nicht in A umetikettiert, sondern behalten die alte Skala, bis der Bestand abverkauft ist. Es ist der richtige Zeitpunkt, sich vorzubereiten, insbesondere wenn Sie MaPrimeRénov' oder die CEE-„Coup de Pouce"-Prämie anstreben, deren Mindestschwellen nun auf SCOP und ETAS kalibriert sind.

SEER, SCOP, EER, COP, ETAS: Wofür stehen diese Abkürzungen?

Bevor man ein Etikett liest, muss man die Zahlen verstehen. Jeder Indikator misst einen saisonalen Wirkungsgrad: wie viel Wärme (oder Kälte) pro 1 kWh Stromverbrauch unter realen Bedingungen über eine komplette Heiz- oder Kühlsaison erzeugt wird.

  • COP (Coefficient of Performance): der momentane Wirkungsgrad im Heizmodus. Ein COP von 4 bedeutet, dass die Wärmepumpe 4 kWh Wärme für 1 kWh Strom erzeugt. Er wird vor allem verwendet, um Geräte unter Laborbedingungen zu vergleichen.
  • EER (Energy Efficiency Ratio): das Gegenstück zum COP im Kühlmodus.
  • SCOP (Seasonal COP): der saisonale Durchschnitt des COP im Heizmodus, gewichtet nach den klimatischen Bedingungen der Zone (in Paris wird in den Datenblättern die gemäßigte Zone „Straßburg" zugrunde gelegt). Das ist der Indikator, auf den man achten sollte, um zwei Geräte langfristig zu vergleichen.
  • SEER (Seasonal EER): der saisonale Durchschnitt im Kühlmodus. Für eine reversible Klimaanlage ist das der Schlüsselindikator im Sommer.
  • ETAS (Seasonal Space Heating Efficiency): das SCOP-Äquivalent, ausgedrückt in Prozent. ETAS = SCOP × 0,4 (etwa, mit dem historischen Faktor 2,5). Mit dem PEF, der auf 1,9 sinkt, wird der angezeigte ETAS mechanisch höher als mit der alten Berechnungsmethode.

info

Um zwei reversible Klimaanlagen zu vergleichen, schauen Sie immer auf das SCOP + SEER-Paar, niemals nur auf den COP bei +7 °C außen (ein „Boost"-Modus, der nichts mit saisonaler Leistung zu tun hat).

Die aktuelle Skala (A+++ bis D) erklärt

Solange die A-bis-G-Neuskalierung für reversible Klimaanlagen nicht verpflichtend ist, zeigt das französische und europäische Etikett weiterhin die Klassen A+++ bis D. Hier ist die indikative Schwellenrasterung der Verordnung 626/2011 (gemäßigte Klimazone):

KlasseSEER (Kühlen)SCOP (Heizen)Lesart
A+++≥ 8,50≥ 5,10Markt-Benchmark, die Exzellenz
A++6,10 bis < 8,504,60 bis < 5,10Sehr hohe Leistung, der Großteil der aktuellen High-End-Modelle
A+5,60 bis < 6,104,00 bis < 4,60Gutes Niveau, ausreichend für die meisten Anwendungen
A5,10 bis < 5,603,40 bis < 4,00Korrektes Einstiegsniveau
B4,60 bis < 5,103,10 bis < 3,40Marginal im Neugerät, häufig bei leichter Renovierung
C4,10 bis < 4,602,80 bis < 3,10Förderbarkeitsuntergrenze für einige Hilfen
D3,60 bis < 4,102,50 bis < 2,80Selten im Neugerät

Bei Neugeräten liegen nur sehr wenige Modelle unter A+ in SEER: Die Hersteller haben den Markt nach oben gezogen — und genau das will die Europäische Union korrigieren. Der Wechsel zu A–G wird den Abstand zwischen einem A-Modell und einem G-Modell viel aussagekräftiger machen.

Und morgen: Das A-bis-G-Label, was sich wirklich ändert

Der in Vorbereitung befindliche europäische delegierte Rechtsakt (2025 veröffentlicht, schrittweise Anwendung bis 2027–2029) sieht für Wärmepumpen und Kombigeräte mehrere sichtbare Entwicklungen vor:

  • Die Skala A+++ → D verschwindet und wird zu A → G, mit einer anfangs absichtlich leeren Klasse A: Nur die fortschrittlichsten künftigen Modelle werden sie erreichen können, was einen Fortschrittsspielraum schafft.
  • Der PEF (Primary Energy Factor) sinkt von 2,5 auf 1,9: Der offizielle SEER und SCOP auf dem Etikett steigen mechanisch. Ein A++-Gerät von 2025 kann 2027 als A erscheinen, ohne dass sich am Gerät etwas geändert hat.
  • Geräusche kommen auf das Etikett: Schall-Emissionsklassen A bis E, innen und außen, erscheinen neben der Energieklasse. Eine Information, die fehlte und die sich in Wohngemeinschaften und dichten städtischen Gebieten als entscheidend erweist.
  • Ein QR-Code verweist auf das Produktdatenblatt in der europäischen EPREL-Datenbank — ein guter Reflex, um die vom Verkäufer angegebenen Zahlen zu überprüfen.

Für reversible Luft-Luft-Klimaanlagen ≤ 12 kW kündigt die Kommission in ihrem Bericht vom Juni 2026 die A–G-Neuskalierung an („In preparation"), mit einer voraussichtlichen Anwendung im Laufe des Jahres 2027. Bis dahin bleibt das alte Etikett die vertragliche Referenz.

Welches Niveau 2026 als Privatperson anstreben?

Der richtige Reflex ist nicht, unbedingt A+++ zu suchen — es geht darum, eine zu Ihrer Nutzung und zu den verfügbaren Förderungen passende Schwelle anzustreben.

  • Für überwiegende Nutzung als Klimaanlage (Sommer): Ein SEER ≥ 6,0 (Klasse A++ oder besser) garantiert Ihnen eine vertretbare Sommerrechnung. In der Region Paris mit immer häufigeren Hitzewellen ist das der Boden, den wir bei Proclimo empfehlen.
  • Für reversiblen Betrieb (Winter + Sommer): Zielen Sie auf einen SCOP ≥ 4,0 (mindestens Klasse A+). Dies ist auch die Mindestschwelle für die CEE-„Coup de Pouce"-Prämie für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, und die entsprechende ETAS (≥ 111 % bei PEF 2,5) ist für die verbesserte „zugelassene Wärmepumpe"-Prämie erforderlich.
  • Um im MaPrimeRénov' „Einzelmaßnahme"-Pfad für eine reversible Klimaanlage zu profitieren: Sie benötigen derzeit einen SCOP ≥ 2,78 (ETAS ≥ 111 %). Das ist die untere Grenze: Wenn Ihr Gerät darunter liegt, ist es kein Drama, aber Sie bekommen nichts.

tip

Jedes 1 °C weniger Solltemperatur der Klimaanlage erhöht den Verbrauch um 5 bis 8 %. Wenn Sie zwischen einem A+- und einem A++-Modell mit 300 € Unterschied schwanken, rechnen Sie: Ein A++ verbraucht 15 bis 20 % weniger. Über 10 Jahre geht die Differenz fast immer zugunsten von A++.

Wie liest man das Etikett konkret?

Das offizielle Energielabel einer reversiblen Klimaanlage ist ein einseitiges Dokument, das oben links den Produktcode und den Lieferanten, den QR-Code mit Verweis auf EPREL und einen zentralen Kasten enthält mit:

  • Der Energieklasse im Kühlmodus (SEER) und dem Jahresverbrauch in kWh/Jahr.
  • Der Energieklasse im Heizmodus (SCOP) und dem entsprechenden Jahresverbrauch.
  • Der Nennleistung in kW (Kühlen und Heizen).
  • Dem Schallleistungspegel innen und außen in dB(A).
  • Dem Kältemitteltyp und seinem GWP (Treibhauspotenzial). Ein Gerät mit R-32 oder R-290 ist immer einem Gerät mit R-410A vorzuziehen, das seit der Überarbeitung der F-Gas-Verordnung 2024 in Wohnneubauten verboten ist.

Wenn ein Etikett nur den COP, den SEER oder die Energieklasse zeigt, ohne das Klimaprofil (gemäßigt, warm, kalt) zu detaillieren, seien Sie misstrauisch: Der Wert kann für eine günstige Zone angegeben sein, die nicht Ihrem Wohnort entspricht. In der Region Paris verlangen Sie immer die gemäßigte Zone (Straßburg) als Referenz.

Die Falle der „theoretischen" Klassen gegenüber dem tatsächlichen Verbrauch

Ein Etikett beschreibt das Verhalten im Labor, nicht unter realen Bedingungen. Mehrere Faktoren beeinflussen die saisonale Leistung:

  • Der Temperaturunterschied zwischen innen und außen: Ein SCOP von 4,0 bei +7 °C außen kann auf 2,8 bei -5 °C fallen. Das ist der typische Fall von Luft-Luft-Wärmepumpen in einem harten Pariser Winter, die bei starkem Frost an Wirkungsgrad verlieren. Unser Leitfaden zur reversiblen Luft-Luft-Wärmepumpe geht darauf näher ein.
  • Die Dämmung der Wohnung: Eine Klimaanlage in einer schlecht gedämmten Wohnung läuft länger und verbraucht mehr, bei gleichem Etikett.
  • Die Wartung: Eine regelmäßige Wartung erhält den ausgewiesenen SEER; ein verschmutztes Gerät kann 10 bis 15 % der saisonalen Leistung verlieren.
  • Die Regelung: Ein vernetztes Thermostat und „Eco"-Modi sparen leicht 10 bis 15 % der Rechnung. Die neuen Schwachlastzeiten für den Sommer 2026 ermöglichen es auch, den Großteil der Produktion in günstige Stunden zu verlagern.

Das Energielabel, ein Indikator für den Immobilienwert

Seit der DPE-Reform 2021 beeinflusst die Energieeffizienz einer Wohnung direkt ihren Wert. Die auf Ihrer Wärmepumpe oder reversiblen Klimaanlage angezeigte Klasse hat also eine vermögenswirksame Bedeutung, die über den Komfort hinausgeht:

  • Ein A++- oder besseres Gerät wertet die Wohnung auf; ein D- oder E-Gerät wirkt wertmindernd.
  • Der DPE berücksichtigt Heiz- und Kühlgeräte in seiner Berechnung, und ein ineffizientes Gerät kann ein Etikett von C nach D kippen.
  • Bei einem Weiterverkauf ist die Installation einer A-Klasse-Luft-Luft- oder Luft-Wasser-Wärmepumpe ein bezifferbares Verkaufsargument.

Die 6 Reflexe vor dem Kauf

  1. Verlangen Sie das EPREL-Produktdatenblatt oder das technische Datenblatt des Herstellers mit SCOP, SEER und Klimaprofil. Ist es nicht verfügbar, gehen Sie weiter.
  2. Zielen Sie auf SEER ≥ 6,0 für die Kühlung und SCOP ≥ 4,0 für die reversible Heizung, außer bei sehr gelegentlicher Nutzung.
  3. Überprüfen Sie das Kältemittel: Ab jetzt R-32 oder R-290; lehnen Sie R-410A und alle HFKWs mit hohem GWP ab.
  4. Achten Sie auf die Außen-Schallleistung: Unter 55 dB(A) in 1 m Entfernung sind Sie auf der sicheren Seite; über 60 dB(A) sind Nachbarschaftskonflikte nicht weit.
  5. Fordern Sie ein detailliertes Angebot an, das ausdrücklich die Energieklasse, den SCOP/SEER und das genaue Modell nennt. Das ist eine Garantie gegen unseriöse Installateure, die Referenzen austauschen.
  6. Planen Sie die Förderungen voraus: Für MaPrimeRénov' und die CEE-Prämie ist die ETAS-Schwelle nicht verhandelbar. Bitten Sie den Installateur, sie im Angebot anzugeben.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine A++-Klimaanlage immer effizienter als eine A+? Ja, in Theorie und Praxis, bei vergleichbaren Geräten unter gleichen Bedingungen. Der tatsächliche Unterschied hängt auch von der Installation (Dimensionierung, Dichtheit) und der Nutzung ab.

Kann ich meine alte A+-Klimaanlage behalten? Selbstverständlich. Die Neuskalierung macht installierte Geräte nicht obsolet. Nur die Förderschwellen gelten für Neuinstallationen seit dem 1. Januar 2026.

Ist das Etikett in ganz Europa gleich? Ja, die EU-Verordnung vereinheitlicht es. Der QR-Code verweist auf die gemeinsame EPREL-Datenbank. Es ist ein gutes Vergleichswerkzeug, auch für im Ausland gekaufte Geräte.

Was tun, wenn die angezeigte Klasse nicht zu meiner Rechnung passt? Eine Abweichung von mehr als 20 % zwischen Etikett und Realität geht fast immer auf eine unzureichende Dimensionierung (eine zu kleine Klimaanlage, die ununterbrochen läuft) oder auf unzureichende Wartung zurück. Lassen Sie Ihre Anlage von einem Fachmann prüfen.

Wird der Geräuschpegel wirklich auf dem Etikett erscheinen? Für Wärmepumpen und Kombigeräte ja, ab Inkrafttreten des delegierten Rechtsakts (Horizont 2027–2028). Für reversible Klimaanlagen ist die Information bereits auf dem Etikett, aber außerhalb der A–E-Klassifizierung.

Gut ausrüsten, gut wählen, gut lesen

Das Energielabel ist nicht nur ein gesetzlicher Aufkleber. Es ist das zuverlässigste Werkzeug, um zwei reversible Klimaanlagen objektiv zu vergleichen und sicherzustellen, dass das gekaufte Gerät die Förderanforderungen 2026 erfüllt. Mit dem schrittweisen Übergang zur A–G-Skala wird der Markt klarer: Die Abstände zwischen den Modellen werden lesbarer, und das Rennen um saisonale Leistung beginnt von Neuem.

Möchten Sie eine neutrale Stellungnahme zum Etikett und zum technischen Datenblatt eines bestimmten Modells oder eine Begleitung bei der Auswahl einer Klimaanlage oder Wärmepumpe entsprechend Ihrer Wohnung und Ihrem Budget? Kontaktieren Sie Proclimo für eine maßgeschneiderte Beratung oder entdecken Sie unsere Installations-, Wartungs- und Reparaturservices in der Region Paris.

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